Die wichtigsten Einsichten der Reformation

Die wichtigsten Erkenntnisse und Lehren der reformatorischen Bewegung innerhalb der katholischen Kirche, von Martin Luther angeführt, können leicht in den folgenden Begriffen zusammengefasst werden:

  • Sola Gratia — allein durch Gnade. Gott rettet uns ganz und gar als ein Geschenk seiner Liebe und Barmherzigkeit, unabhängig von unseren Werken.
  • Sola Fide — allein durch den Glauben. Gott verleiht seine Gnade allein durch den Glauben, den er schenkt und in dem wir darauf vertrauen, dass das Werk von Christus für uns ist
  • Sola Scriptura - allein durch die Bibel. Die Lehre der Kirche findet sich nur in der Bibel, und nicht in den Meinungen des Papstes, den Kirchen Synoden oder der Tradition. Sie ist verwurzelt und verankert in Gottes Wort in der Bibel.
  • Solus Christus - allein durch Christus. Das Heil kommt allein durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, der an unserer Stelle ein perfektes Leben geführt und sich für unsere Sünden geopfert hat.

Daraus folgt, dass das Herzstück des Evangelisch Lutherischen Glaubens ist, dass wir Menschen durch die Gnade und den Glauben ohne unser Tun durch Jesus Christus gerechtfertigt sind. Alle Ehre und Preis sei allein unserm Gott: Soli Deo Gloria!

Hier stehe ich

In nur wenigen Jahren hatte Luthers Reformation einen Punkt erreicht, an dem der Name „Martin Luther" in ganz Europa vielleicht bekannter war, als irgendein anderer. Seine vielen Predigten, seine volkstümlichen und theologischen Schriften, und seine Briefe verbreiteten sich Dank der Buchdruckerei wie ein Feuersturm. Luthers Schriften beeinträchtigten den Verkauf von Ablassbriefen, der eine Haupteinkunftsquelle der Kirche in Deutschland war und der den Bau des Petersdoms in Rom finanzieren sollte. Nachdem alle Versuche, Luther zum Schweigen zu bringen fehl schlugen, drohte ihm Papst Leo X mit der Exkommunizierung in der päpstlichen Bulle Exsurge, Domine. Luther widersetzte sich dem Ansinnen des Papstes die 95 Thesen zurückzunehmen, und verbrannte die Bulle zusammen mit dem Kodex des kanonischen Kirchenrechts vor dem östlichen Stadttor Wittenbergs. Am 3. Januar 1521 wurde Luther offiziell exkommuniziert. Kurz danach zitierte Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Luther auf den Reichstag nach Worms. Gefragt, ob er widerrufe, antwortete er: „Wenn ich nicht durch Schrift und klare Vernunft überzeugt werde.... Ich kann nicht und will nichts widerrufen, denn gegen sein Gewissen zu handeln ist weder richtig noch sicher. Hier stehe ich. Gott helfe mir. Amen."

Das Augsburger Bekenntnis

Wenn es in der Tat einen Geburtstag der Lutherischen Kirche gibt, dann ist er eigentlich der 25. Juni 1530. Da haben zum ersten Mal die „Lutheraner", wie sie von ihren Gegner genannt wurden, in einem Dokument öffentlich bekannt, was sie von Jesus Christus und seinem Evangelium glauben, lehren und bekennen. Zu keiner Zeit wollte sich die evangelische Bewegung von der römisch-katholischen Kirche trennen, aber Roms harte, kompromisslose und unnachgiebige Reaktion auf die Proteste - daher der Begriff Protestanten — liess ihr keine andere Wahl als Position zu beziehen. In Augsburg trug sie ihr Bekenntnis sowohl auf deutsch als auch auf lateinisch vor, deshalb heißt es Augsburger Konfession. Seitdem definiert die Augsburger Konfession was eine lutherische Kirche ist.

Es gibt verschiedene Bezeichnungen, um die reformatorische Bewegung der westlichen Kirche zu beschreiben: protestantisch, evangelisch, lutherisch, oder evangelisch-katholisch. Jede dieser Bezeichnungen kann hilfreich sein, um zu verstehen, was damals passiert ist und was die daraus entstandene Kirche bekennt. Wie schon bemerkt wurde „Lutheraner" ursprünglich von Luthers Gegnern verächtlich benutzt. Aber bald bedeutete Lutheraner, dieser Begriff, dass die Erkenntnisse Martin Luthers und seiner Kollegen in Wittenberg nichts anderes als der historische Glaube waren, aber ohne die Fehler, die sich nach und nach in die römisch katholische Kirche eingeschlichen hatten.